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Spanien

Neue, charmante Komödie der Schweizer Regisseurin Bettina Oberli

André (Stefan Kurt) und seine 80-jährige Mutter Louise (Annemarie Düringer) führen einen ordentlichen Haushalt. Er verdient sein Geld als Taxi-Fahrer, ist ein Tüftler, der sich kaum traut, die schöne Wurstverkäuferin vom Modellflugplatz anzusprechen. Sie tritt regelmässig im regionalen Theater auf. Eines Tages steht ein Fremder aus Amerika vor der Tür: der schillernde Bill, der bald schon die beschauliche Zweisamkeit von Louise und André auf den Kopf stellt. Nimmt André ihn zuerst als unerwünschten Eindringling war, scheinen sich dank dem Deutsch-Amerikaner plötzlich Türen in ein völlig neues Leben zu öffnen.

Gloria
Ein Film-Highlight aus Chile

Die 58-jährige Gloria (Paulina Garcia) ist eigentlich etwas zu alt für die Disco, aber die geschiedene chilenische Dame ist auf der Suche nach einem amourösen Abenteuer und möchte das Leben in vollen Zügen geniessen. Doch ähnlich wie ihr Heimatland ist sie tief im Inneren von der Vergangenheit gezeichnet. Die Scheidung liegt bereits zehn Jahre zurück, ihre Tochter zieht es zu einem Mann nach Europa und auch der Sohn zeigt sich eher beratungsresistent, wenn es Probleme mit dem just geborenen Enkelkind gibt. Da trifft es sich bestens, dass der ebenfalls von seiner Gattin getrennte Rodolfo (Sergio Hernández) sich für Gloria zu interessieren beginnt.

Wenn der Zeitpunkt da ist, um Abschied zu nehmen

Zwei beste Freunde seit Kindheitstagen treffen sich nach vielen Jahren wieder. Durch den Atlantik voneinander getrennt, haben sich die beiden auf verschiedenen Kontinenten ein Leben aufgebaut, aber als sie sich wiedersehen, scheint es beiden so, als hätten sie sich niemals aus den Augen verloren. Julián (Javier Cámara) und Tomás (Ricardo Darín) verbringen ein paar unvergessliche Tage miteinander, lachen, schwelgen in Erinnerungen und weinen… Denn Julian leidet an Krebs und will keine Therapien mehr beginnen. Und so wird nach ihrem Wiedersehen der Abschied für immer folgen.

Truman ist eine Ode auf die Freundschaft und die Liebe. Ein humorvolles und ehrliches Portrait über den Mut, der nötig ist um zu akzeptieren, dass der Tod einfach ein Teil des Lebens ist.

Der neue Almodovar: Starke Gefühle und umwerfende Frauen

Julieta lebt mit ihrer Tochter Antía in Madrid. Sie leiden beide in Stille am Verlust von Xoan, Antías Vater und Julietas Ehemann. Doch manchmal bringt Trauer Menschen nicht näher zusammen, sondern treibt sie auseinander. Nach ihrem 18. Geburtstag verlässt Antía ihre Mutter ohne ein erklärendes Wort. Julieta sucht sie auf jedem erdenklichen Weg, aber alles, was sie herausfindet, ist, wie wenig sie über ihre Tochter weiss.

Der Film JULIETA erzählt davon, wie eine Mutter gegen die Ungewissheit ankämpft und sie zu überwinden sucht. Er erzählt auch vom Schicksal, von den Schuldgefühlen und von diesem unergründlichen Rätsel, dass wir dazu fähig sind, geliebte Menschen zu verlassen und sie aus unserem Leben zu streichen, so als hätten sie uns nichts bedeutet, als hätten sie nie existiert.

Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar kehrt zurück auf melodramatisches Terrain und erzählt die Geschichte von Julieta in einer dreissigjährigen Zeitspanne von 1985 bis heute.

Ein wunderbarer Kinofilm - herausragend gespielt

Alma gehört zu einer Familie, die seit Generationen eine Oliven-Plantage bewirtschaftet. Die rebellische junge Spanierin hat ein inniges Verhältnis zu ihrem Grossvater. Doch dieser spricht nicht mehr, seit seine Kinder gegen seinen Willen einen 2000 Jahre alten Olivenbaum verkauft haben. Weil der Grossvater immer schwächer wird, beschliesst Alma, den Baum heimzuholen. Er steht mittlerweile im Bürohaus eines Energie-Unternehmens in Deutschland, das ihn zu Werbezwecken verwendet. Über Social Media sucht Alma Verbündete für ihr Vorhaben. Und sie überredet einen Onkel sowie einen engen Freund, mit ihr per Sattelschlepper nach Deutschland zu fahren - ohne irgendeinen konkreten Plan zu haben... 

'El Olvio' ist ein sehr schön inszenierter, herznaher Film über eine jungen Frau, die auszieht, das eigentlich Unmögliche zu versuchen. Geschickt verbindet die spanische Regisseurin Icíar Bollaín eine persönliche Familiengeschichte mit universellen Themen, etwa dem Schutz der Umwelt oder dem Umgang mit der Wahrheit. Die Story stammt - wie schon für Bollaíns letzten Kinoerfolg „También la lluvia“ - von Paul Laverty, der auch zahlreiche Drehbücher für Ken Loach verfasst hat. 'El Olvio' ist Kino voller wunderbarer tragikomischer Elemente, herausragend gespielt, mit stimmigen Bildern und einem betörenden Soundtrack.

Packendes Epos - wie ein Kind trotz Widerständen Weltstartänzer wird

Carlos Acosta ist der ungekrönte König von spontanen Breakdance-Wettbewerben in den Strassen von Havanna. Sein Vater Pedro, ein LKW-Fahrer, erkennt das aussergewöhnliche Talent seines kleinen Sohns, den er nach einem afrikanischen Kriegsgott Yuli nennt. Obwohl Carlos keinesfalls Strumpfhosen und Schläppchen tragen und sowieso Fussballspieler werden will, steckt ihn der Vater anfangs der 1980er-Jahre in die staatliche kubanische Ballettschule. Es ist keine einfache Zeit, doch Carlos entwickelt sich zu einem herausragenden Tänzer und mit 18 wird er ans English National Ballet berufen. Als er verletzungsbedingt pausieren muss, geht er zurück nach Kuba. Nach Jahren, in denen nur der Tanz zählte, lebt er seinen schier unstillbaren Lebenshunger aus – und setzt damit seine Karriere aufs Spiel…

Regisseurin Icíar Bollaín («El olivo») und Autor Paul Laverty («I, Daniel Blake») erzählen vor dem bewegten Hintergrund der Geschichte Kubas die Story einer unglaublichen Karriere. Sie führt von Havanna bis nach London ins Royal Ballett, wo Carlos Acosta, der selbst im Film mitspielt, zum ersten schwarzen Romeo des klassischen Balletts wird. Basierend auf dessen Autobiografie «Kein Weg zurück» ist der Spielfilm «Yuli» ein überraschendes Biopic, eine bewegende Familiengeschichte, eine atemberaubende Performance aus Erzählung, Tanz, Musik, Licht, Bewegung und eine mitreissende Hommage an die Grenzen sprengende Kraft der Kunst.

Der spanische Meister mit autobiografischen Stoffen, die packen

Die Einladung, seinen grössten Film an einer Retrospektive in Madrid vorzustellen, bewegt den alternden Filmemacher Salvador (Antonio Banderas) dazu, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Freundschaft, Liebe und Leidenschaft ziehen sich als prägende Elemente durch sein Leben, begleitet von Schmerz, der es ihm früher ermöglichte, zu wachsen und im Leben voranzukommen, ihn heute aber zurückhält und einsperrt. Dabei realisiert er, dass Realität und Kreation in seinem Leben untrennbar verbunden sind. Almodóvars neuer Film setzt verstärkt auf autobiografische Elemente und zeigt eine emotionale Intimität, wie sie nur Almodóvar auf die Leinwand bringen kann. Dazu bedient er sich eines Top-Casts; unter anderem spielen Penélope Cruz, Antonio Banderas, Julieta Serrano, Asier Etxeandía und Leonardo Sbaraglia.